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Arbeitskreis Agrarpolitik am 09.12.2009 PDF Drucken E-Mail

Anläßlich der Zusammenkunft des Arbeitskreises Agrarpolitik am Mittwoch, dem 09. Dezember 2009 in der Retunde des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau in Koblenz wurde der bisherige Vorsitzende des Arbeitskreises Marco Weber verabschiedet und Matthias Daun neu gewählt. Außerdem trugen 2 Landjugendliche ihre Erlebnisse anläßlich ihres Auslandspraktikums in Neuseeland und Australien vor: 

 Zum neuen Vorsitzenden des Arbeitskreises Agrarpolitik der Landjugend Rheinland-Nassau wurde anlässlich der letzten Sitzung des Arbeitskreises Agrarpolitik Matthias Daun aus Hörscheid gewählt. Die Wahlleitung hatte der Vorsitzende der Landjugend Rheinland-Nassau Arno Billen übernommen. Der ausscheidende Vorsitzende Marco Weber aus Lissendorf konnte sein Amt guten Gewissens an Matthias Daun abgeben, da dieser schon seit einiger Zeit die Veranstaltungen des Arbeitskreises aktiv begleitet. Ihm sei eine glückliche Hand bei der Leitung des Arbeitskreises und viele interessante Veranstaltungen gewünscht. Zur Stellvertretenden Vorsitzenden wurde Kathrin Thönnes aus Wirfus gewählt.

 

Ein besonderer Dank gilt Marco Weber, der zwei Jahre die Geschicke des Arbeitskreises geleitet und mit Leben gefüllt hat. Die Themenpalette im Arbeitskreis Agrarpolitik der Landjugend Rheinland-Nassau reichte in seiner Amtszeit von einer Großveranstaltungen in der Bitburger Auktionshalle mit Staatssekretärin Ursula Heinen zur aktuellen Agrarpolitik, über Abendveranstaltungen zu den verschiedensten Themen wie, Aspekte rund um die Betreibung von Biogasanlagen, die Zukunft der Milchproduktion, das Arzneimittelgesetz, den Health Check und die EU-Agrarpolitik und deren Umsetzung in Rheinland-Pfalz, die Erbschaftssteuerreform, die EU-Pflanzenschutzrichtlinie, die EU-Wasserrahmenrichtlinie und Auswirkungen der Finanzkrise um nur einige wenige zu nennen, bis hin zu Gesprächen mit den Fraktionen des rheinland-pfälzischen Landtages, mit Ministern und der Landwirtschaftskammer. Anlässlich der Bundestagswahl fand eine spannende Podiumsdiskussion mit Bundes- und Landtagsabgeordneten der CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen statt. Der neu gewählte Vorsitzende des Arbeitskreises Agrarpolitik der Landjugend Rheinland-Nassau Matthias Daun dankte ihm im Namen des Landesvorstandes mit einem Präsent für das intensive und unermüdliche Engagement.

 Praktikum im Ausland

 Nach dem Wahlprozedere präsentierten an diesem Abend zwei junge Landwirte aus dem Westerwald, Florian Mies aus Höhn und Philipp Hering aus Hellenhahn sehr anschaulich und lebendig ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Bilder eines mehrmonatigen Praktikums in Australien und Neuseeland. Der Flug sei von Frankfurt über Singapur nach Melbourne gegangen. Dann noch ein Inlandsflug von Melbourne nach Burnie auf Tasmanien, wo sich die ersten Praktikumsbetriebe befanden. Neben der Landwirtschaft in Australien und Neuseeland hätten sie auch etwas von Land und Leuten kennen lernen wollen, und so hätten sich Arbeits- und Urlaubsphasen abgewechselt. Sie hätten auf drei verschiedenen Betrieben gearbeitet, die sehr unterschiedlich gewesen wären. Gemeinsam sei ihnen gewesen, dass es alles Milchviehbetriebe gewesen seien. Erste Kontakte hätten sich durch einen ehemaligen Nachbarn ergeben, der noch nicht lange nach Tasmanien ausgewandert ist und dort jetzt eine Farm betreibt. Die Idee für das Praktikum war nach dem Abschluss der Ausbildung entstanden, nachdem klar war, dass die Wirtschafterausbildung am DLR Westerwald-Osteifel in Montabaur erst im folgenden Herbst  begonnen werden konnte. Da beide in den elterlichen Betrieben noch abkömmlich waren nutzten beide die Chance für den mehrmonatigen Auslandsaufenthalt. Beide schwärmten von den vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen. Typisch für die Milchviehbetriebe in Tasmanien sei in der Regel, dass es nur ein Wohnhaus und einen Melkstand mit Dach gebe. Es seien keine Scheune und kein Stall vorhanden. Die meisten Betriebe würden sehr extensiv geführt. Es gebe kein Kraftfutter für die Milchkühe und nur einen Siloballen pro Kuh und Jahr für Notzeiten. Die Abkalbungen fänden alle innerhalb von 8 Wochen statt und die Milchleistung liege bei 4000 bis 4500 kg pro Kuh und Jahr erläuterten Mies und Hering. Schwierig werde es, wenn zu wenig Regen falle und zu wenig Gras nachwachse. Dann müssten auch schon einmal Bestände kurzfristig verkleinert werden. In Australien lernten beide aber auch den absoluten Kontrast auf einem Betrieb mit 1200 Kühen und einer Leistung von 11 000 kg kennen. Dort wurde dann selbstverständlich sehr ausgefeilt Kraftfutter und Silage gefüttert. In Neuseeland lernten Mies und Hering das System der Sharefarmer kennen, bei dem ein Teilhaber die Kühe und die Arbeitskräfte mitbringt und einem anderen das Land gehört. In Neuseeland sei die Beregnung sehr wichtig, da der Regen dort nur im Winter falle. Das Wasser für die Beregnung komme aus den Bergen und sei über ein ausgeklügeltes Zuteilungssystem staatlich geregelt. Insgesamt seien sie sehr freundlich aufgenommen worden betonten beide. Auch hätten sie viele junge Leute aus vielen verschiedenen Ländern kennen gelernt, die ebenfalls eine gewisse Zeit arbeiten würden und sich dann eine Auszeit nehmen, Land und Leute kennen lernten und dann auf dem nächsten Betrieb arbeiten würden. Mit der Sprache sei es anfangs recht schwierig gewesen, das habe sich aber in recht kurzer Zeit deutlich gebessert. Bei ihrer Tour sei ihnen beiden erst wirklich deutlich geworden, dass das Erlernen einer oder auch zweier Sprachen doch nicht so verkehrt sei. In ihren Freizeitphasen seien sie u.a. auch die australische Ostküste hoch gefahren und hätten das Great Barriere Riff kennen gelernt und seien dort getaucht. Silvester verlebten sie in Sydney. In Neuseeland begeisterte sie die unvergleichliche Natur und Landschaft. Für ihre Tour hätten sie für Flug und ihre Freizeitaktivitäten auch zusätzliches eigenes Geld gebraucht, obwohl sie in ihren Arbeitsphasen nicht schlecht verdient hätten. Insgesamt sei es eine tolle Zeit gewesen, die sie nicht missen wollten. Sie könnten nur jedem empfehlen die Möglichkeit eines Praktikums im Ausland zu nutzen, so die beiden Junglandwirte abschließend. Rotraud Weber wies ergänzend noch auf die Möglichkeiten der Vermittlung eines Auslandspraktikums über den Deutschen Bauernverband hin und verteilte die zugehörige Broschüre.