

Vom
29. März - 01. April 2010 führte die Arbeitsgemeinschaft der
Landjugendverbände Rheinland-Pfalz wieder ein Berufsorientierungsseminar
für Grüne Berufe durch. 4 Tage in den Osterferien gab es Informationen
für Jugendliche über die 14 Berufe im Grünen Bereich. Mit
verschiedensten Methoden wurde informiert über Anforderungen der Berufe,
Ausbildungsinhalten, Ausbildungsplatzsituation, Arbeitsmarktlage,
Verdienst- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ein praktischer Einblick in
die Berufe konnte bei mehreren Betriebsbesichtigungen, bei Gesprächen
mit Praktikern und durch eine Rallye mit Stationen zu den „Grünen
Berufen“ gewährt werden. Im Rahmen des Seminars gab es die Möglichkeit,
sich mit den eigenen Stärken und Neigungen auseinander zu setzen und zu
vergleichen, ob diese mit den Anforderungen des Wunschberufes
zusammenpassen. Neben den Informationen zu den Grünen Berufen wurden die
Jugendlichen auf die Anforderungen des Arbeitslebens vorbereitet, indem
sie sich mit den dort geforderten Kompetenzen beschäftigten.
Die
Seminarleiter/innen Sarah Claus, Marcus Becker und Gabriele May konnten
am Montag, dem 29.03. 2010 die Teilnehmer/innen und deren Eltern auf
der Ebernburg begrüßen. Das Seminar starte mit einem gemeinsamen
Kaffeetrinken zum Kennen lernen.
Danach
trafen sich die Jugendlichen mit den Referenten im Seminarraum, während
die Eltern und Erziehungsberechtigten mit Volker Feddersen von
Bildungsstätte Ebernburg, zeitgleich ein Informationsgespräch führten.
Im
Seminarraum wurden nach der Eröffnungsrunde die beruflichen
Vorstellungen der jungen Leute abgefragt und über die derzeitige
Situation in der Schule gesprochen. Die Referenten erläuterten die
Erwartungen der Betriebe an künftige Auszubildende und regten die
Teilnehmenden an, sich zum Endspurt in der Schule nochmals besonders
anzustrengen. Da persönliche Fertigkeiten bei der Auswahl von Bewerbern
immer stärker berücksichtigt werden, gab es im Verlauf der ganzen
Seminars immer wieder eingebaute Übungen zu im Berufsleben gefragten
Kompetenzen, wie z.B. Teamfähigkeit und persönliches Auftreten. Die
Übungen wurden anschließend ausgewertet. Ziel hierbei war, durch die
Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge den Jugendlichen die
Möglichkeit zu geben, sich zu verbessern. Dies zog sich durch alle 4
Tage.
Silke
Closheim und Hans-Dieter Schäfer von der Landwirtschaftskammer
Rheinland-Pfalz stellten am späten Nachmittag die Berufe, die zu den
Grünen Berufen zählen vor und ging detailliert auf die von den
Teilnehmenden nachgefragten Berufe ein. Dabei war das Ziel , einen
realitätsnahen Eindruck von den grünen Berufsbildern zu vermitteln und
die Jugendlichen darauf vorzubereiten, sich frei für den zu ihnen
passenden Beruf entscheiden zu können.
Das
Abendprogramm bot reichhaltige Spiele und Übungen, um sich selbst zu
erproben. Hierbei wurden die einzelnen Übungseinheiten im Gespräch
reflektiert.
Nach
dem Frühstück am Dienstag gab es eine Führung über das Gelände der
Ebernburg. Im Anschluss hieran machten sich die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer Gedanken zu ihren Erwartungen an ihren künftigen Beruf.
Angeregt wurde, die eigenen Wünsche und Ziele im Leben mit den
Ansprüchen und Gegebenheiten des jeweiligen Wunschberufes abzugleichen.
Im Laufe der Woche konnte dann überprüft werden, ob die Grünen Berufe
diese Wünsche erfüllen und inwieweit Kompromisse im Berufsleben
eingegangen werden müssen. Die für viele Schüler/innen neuen
Anforderungen an Auszubildende und die Leistungen der ausbildenden
Betriebe wurden in einem Vortrag mit anschließender Diskussion
verdeutlicht.
Nach
dem Mittagessen konnten die praktischen Fähigkeiten in den Grünen
Berufen geprobt werden. Eine Rallye, die von der Landjugendgruppe
Monzernheim betreut wurde, gab hierzu Gelegenheit. Es wurden
handwerkliche Tätigkeiten und Wissen aus dem Berufsalltag der Berufe
spielerisch getestet. Die Rallye beinhaltete neben dem beruflichen Teil
auch einen Allgemeinwissensteil. Bei den praktischen Stationen wurden
Fertigkeiten aus den Grünen Berufen gefordert. So musste z.B. für die
Forstwirtschaft das Alter und die Baumart zweier Baumscheiben bestimmt
werden. Bei der Station „Weinbau“ galt es, 2 Aromen aus Weißweinen und 2
Aromen aus Rotweinen zu erkennen. Bei der Station „Pferdewirtschaft“
mussten Pferderassen erkannt werden, und die Station „Hauswirtschaft“
bewertete die Fertigkeiten im Kartoffelschälen. Auch Wissensfragen rund
um die Berufe mussten beantwortet werden.
Nach der Rallye stand die
Betriebsbesichtigung des Weingutes Brühler Hof in Volxheim auf dem
Programm. Winzer Hans-Peter Müller informierte bei einem Rundgang durch
Weinberg und Keller über den Beruf des Winzers. Hierbei gab er Einblick
in Tätigkeiten, Chancen und Anforderungen.
Tine
Albrecht vom Freiwillig Ökologischen Jahr (FÖJ) präsentierte vor Ort
den Freiwilligendienst im Grünen Bereich. Einige der Jugendlichen
interessierten sich sehr für dieses Angebot und überlegten, dies für
sich in Betracht zu ziehen. Bei dem gemeinsamen Abendessen im Weingut
konnten die Eindrücke und die Gedanken zur eigenen beruflichen Laufbahn
erörtert werden.
Nach
der Rückkehr auf die Ebernburg fand die Prämierung der Sieger bei der
Rallye statt. Alle hatten gute Ergebnisse erzielt. Es gab Preise für
alle Teilnehmenden. Heiter und gemütlich klang der Abend aus
Am
Mittwoch startete die Gruppe mit einer Einheit zur beruflichen Eignung
jedes/r Einzelnen. Die Referenten arbeiteten mit den Jugendlichen noch
einmal intensiver an der eigenen beruflichen Zukunft. Das
Anforderungsprofil der Betriebe an Auszubildende wurde verdeutlicht und
aufgezeigt. Überrascht waren einige Jugendliche zu erfahren, was
Unternehmen in einen Auszubildenden z.B. finanziell investieren. Die
Vorgehensweise beim Bewerbungsverfahren wurde zusätzlich erörtert. Die
sogenannten „Schlüsselkompetenzen“, das heißt Fertigkeiten wie
Freundlichkeit, Verlässlichkeit, Motivation etc. wurden vertiefend
besprochen. Jede/r Teilnehmer/in konnte sich diesbezüglich selbst
einschätzen und somit feststellen, was er / sie einem Betrieb anzubieten
hat.
Einblick
in die Tätigkeiten im Garten Landschaftsbau erlangten die jugendlichen
Teilnehmenden bei dem Rundgang im Betrieb Rolf Paffrath in Bad Münster
am Stein. Das breite Arbeitsgebiet und die vielfältigen Fähigkeiten und
Fertigkeiten in diesem Berufsbild wurden detailliert präsentiert und
veranschaulicht.
Die
Besichtigung des Betriebes Andreas Essich in Bockenau folgte im
Anschluss. Der Betriebsleiter und seine Auszubildende erklärten den
Tagesablauf und die saisonalen Ablauf in einem landwirtschaftlichen
Betrieb sowie die Erwartungen an eine/n Auszubildende/n. Eine
Einschätzung über Berufsaussichten wurde abgegeben .
Die
Interessierten am Zierpflanzebau konnten ihre Fragen bei der
Besichtigung der Gärtnerei Rehner in Bad-Kreuznach stellen. Karl Rehner
beschrieb die Aufgaben der Auszubildenen, erklärte die Lernfelder und
verwies auf die Motivation, die notwendig ist, um beruflich zum Erfolg
zu kommen. Weiter ging es zur letzten Betriebsbesichtigung.
Auf
dem Gestüt Bruno Eidam in Erbes-Büdesheim bekamen die Jugendlichen
einen guten Einblick in die Tätigkeit des / der Pferdewirt/in.
Anschaulich wurde verdeutlicht und die Anforderungen des Berufes
dargestellt. Hingewiesen wurde darauf, dass es oftmals nötig ist, von zu
Hause weg zu ziehen und gute reiterliche Vorkenntnisse mitzubringen,
wenn dieser Beruf erlernt werden soll.
Am
Abend bot sich den jungen Leuten die Möglichkeit, jungen Praktikern aus
den Grünen Berufen zahlreiche Fragen zu stellen. Christoph Zelder aus
der Landjugend gab Auskunft zum Beruf der / des Landwirtes/in, Marc
Maleski und Andy Aßmann informierten zur Forstwirtschaft. Markus Kerpen
von der Molkerei Hochwald stand Rede und Antwort hinsichtlich der
Berufsbilder Molkereifachmannes /Molkereifachfrau und
milchwirtschaftliche/r Laborant/in. Die Praktiker/innen gingen
detailliert auf die positiven Seiten und auch die Nachteile ihres
jeweiligen Berufes und Chancen in den Berufen ein. Die Fragen der
Jugendlichen beantworteten alle Praktiker/innen ausführlichst. Somit
wurde es recht spät.
Am
letzten Seminartag, dem Donnerstag, beschäftigten sich alle noch einmal
intensiver mit ihren Fertigkeiten und Stärken. Wie diese mit dem
Wunschberuf vereinbart werden können, wurde sich angeschaut. Hierzu gab
es noch einmal persönlich abgestimmte Tipps von den Trainern/innen.
Hingewiesen wurde auf die Bedeutung der schulischen Leistung und der
Motivation. Jede/r notierte für sich die nächsten Schritte hin zum
Traumberuf.
Zur
Abrundung des Programms wurde noch die überbetriebliche
Ausbildungsstätte DEULA in Bad-Kreuznach besichtigt. Neben Informationen
und einem interessanten Rundgang bildete ein Geschicklichkeitsfahren
einen gelungenen Abschluss des Seminars. Aber ganz vorbei war es noch
nicht. Zurück auf der Ebernburg trafen die Jugendlichen ihre Eltern
wieder. Es konnten die Erlebnisse der Woche ausgetauscht werden. Im
Anschluss fand noch eine Seminarauswertung der Teilnehmer/innen mit den
Referenten Anke Gehres und Mike Garmhausen statt, während zeitgleich die
Eltern ein Gespräch mit Franz Josef Diel und Gabriele May führten.
Angeboten wurde ein Rückblich zum Seminar ebenso wie Einschätzungen und
Empfehlungen zu den einzelnen Jugendlichen. Auch wurden auf Nachfrage
Kontaktadressen zu Betrieben vermittelt.
Bei
der Gruppe der Jugendlichen wurde neben der Auswertung des Seminars
nochmals herausgearbeitet, ob und welche neuen oder veränderten
Bewertungen zum ursprünglich ausgesuchten Beruf sich während der
Seminartage ergeben hatten. Die eigene Einschätzung wurde ebenfalls
nochmals angeschaut und Veränderungen beobachtet. Zusätzlich gaben Mike
Garmhausen und Anke Gehres den Einzelnen persönlich zugeschnittene
abschließende Tipps zur weiteren Vorgehensweise hinsichtlich der
Ausbildungsstellensuche bzw. der weiteren Entscheidungsfindung zu einem
Beruf mit auf den Weg..
Zum
Abschied betonten die TeilnehmerInnen nochmals, dass ihnen die Woche
viel Spaß gemacht hat. Sie waren sich nun sicherer mit ihrer
Entscheidung für einen Beruf.
Die Landjugend wünscht allen Teilnehmer/innen viel Erfolg für die berufliche Zukunft!!!!