Termine
09.02.2012 | 09.00
Ausbilderschul...
23.02.2012 | 20.00
Arbeitskreis A...
17.03.2012 | 12.00
Event- und Inf...
02.04.2012 - 05.04.2012 | 15.00
Berufsorientie...
Navigation
Willkommen
Wir über uns
Neues / Aktivitäten
Bilder
Termine
Downloads
Gästebuch
Links

Designed by:
Wiki hosting Joomla Templates
Web space hosting
Winzer-,Trachten-u. Tanzgruppe Winningen PDF Drucken E-Mail

Trachten-u. Tanzgruppe Winningen

Ansprechpartner:

Julia Bröhling; Wilhelmstr. 38, 56333 Winningen
Tel.: 0174/622 69 38
E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Homepage

Seit ihrer Gründung im Jahre 1923 beschreitet die Winninger Winzer-, Trachten- und Tanzgruppe einen Weg, der heute so aktuell ist, wie er es zur Zeit des ersten Treffens von Jungen und Mädchen in der Moselgemeinde Winningen war: den Weg der Völkerverständigung.

Und genau so, wie die vielen Mitglieder der Tanzgruppe in all den Jahren seit der Gründung andere Menschen und Kulturen kennen- und achten lernten, so gelang es ihnen auch, viele Freunde für Winningen und seinen Wein zu gewinnen. Ein wenig von der Kultur unserer Vorfahren in die heutige Zeit herüber zu retten und damit zu einem Bestandteil unseres modernen Lebens zu machen: dies ist die dritte Aufgabe, die die Tanzgruppe mit der Pflege von Volkstanz und Volkslied, Trachten und Traditionen zu erfüllen sucht.

Ihren Anfang nahm die Tanzgruppe im Winninger Turnverein, in dem sich im Jahre 1923 einige Winninger Jungen und Mädchen zusammenfanden, um zum Sommer-Abschlußturnen einen Winzerreigen einzuüben. In den darauffolgenden Jahren traf man sich vor jedem örtlichen Fest, um einen neuen Tanz einzustudieren; regelmäßige Proben oder Auftritte außerhalb Winningens fanden noch nicht statt. Dies änderte sich erst 1934, als der unvergessene Carl Wallenda vom Stadttheater Koblenz "das Kind bei der Hand nahm" und ihm den Namen "Winzergruppe Winningen" gab, mit der er nun regelmäßig Volkstänze und -lieder einübte. Die Tanzgruppe löste sich später vom Turnverein und wurde eine Abteilung des damaligen Verkehrs- und Verschönerungsvereins, des heutigen Fremdenverkehrsvereins e. V. Winningen, was sie bis heute geblieben ist.

Eine Direktsendung des Reichssenders Frankfurt mit dem Titel "Klingendes Land an Rhein und Mosel" machte die Gruppe mit ihren Tänzen, Liedern und Weinspielen einem größeren Publikum bekannt und zog zahlreiche Auftritte nach sich. So unternahm die Winzergruppe in der Vorkriegszeit eine Deutschlandreise durch alle damaligen Patenstädte Winningens (u.a. Kiel, Schweidnitz, Liegnitz). Sie fuhr im Jahre 1936 drei Wochen lang zur Olympiade nach Berlin und trat während einer Schifffahrt nach Lissabon und Madeira auf.

Während des 2. Weltkrieges kam die Tätigkeit der Tanzgruppe zum Erliegen, bis die Gruppe im Jahre 1948 neu aufgebaut wurde und beim Winninger Winzerfest, dem Moselfest 1949, erstmals wieder auftrat. Die nun folgende Zeit ist vor allem mit zwei Namen eng verbunden: Einerseits mit Frau Ballettmeisterin Ruth Stützer aus Koblenz, die 1949 auf Vorschlag Carl Wallendas die tänzerische Leitung der Gruppe übernahm. Sie vor allem machte mit schwungvollen, flotten, aber dennoch moselländischen Volkstänzen aus der "Winninger Winzergruppe" die "Winninger Tanzgruppe".

Andererseits mit Herrn Heinz Henselder, dem es als Geschäftsführer des Fremdenverkehrsvereins Winningen mit organisatorischem Geschick und unermüdlichem Einsatz gelang, diese Tanzgruppe wiederum weithin bekannt zu machen.

Anfang der fünfziger Jahre wurden vor allem Sonderzug-Gäste am Bahnhof begrüßt, zu deren Unterhaltung dann in Winninger Gaststätten getanzt wurde. Und schon bald erhielt die Gruppe eine Einladung der Bundesbahn zu einer Fahrt an den Bodensee, was Anfang der 50er Jahre schon etwas Besonderes war. Im Jahre 1953 wurden mit dem Besuch einer Gruppe aus Macon in Frankreich beim Moselfest erste Auslandskontakte geknüpft. 1954 bereits fuhr die Tanzgruppe nach Dijon zu einem großen Folklorefestival, bei dem die Grundlagen für die spätere Freundschaft Burgund - Rheinland-Pfalz gelegt wurden.

Die Mitgliedschaft in der Amicale Folklorique Internationale - in der 25 Nationen zusammengeschlossen sind-, Trachtentreffen in Winningen sowie zahlreiche Einladungen ins In- und Ausland verstärkten und vertieften die Kontakte zu anderen Folkloregruppen. Diesem Ziel noch näher zu kommen, war auch der Hauptgrund für den Beitritt zur CIOFF im Jahre 1989. Die CIOFF ist eine weltweite Organisation, der Folkloregruppen und Veranstalter von Trachtentreffen angehören und die die Beziehungen der einzelnen Mitgliedsgruppen untereinander fördern und koordinieren möchte.

Die Winninger Tanzgruppe war bis heute in zahlreichen Ländern Europas ein tanzender Botschafter, so in Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Schottland, der Schweiz und Spanien. Ehrenvolle 2. und 4. Plätze beim Internationalen Folklorewettbewerb in Susa/Italien waren ebenso wie vordere Plätze bei etlichen deutschen Volkstanzwettbewerben Anerkennung und Ansporn zu gleich. Herausragend war auch eine USA-Tour im Jahre 1994 mit Stationen in Atlanta, Detroit und Boston, bei der die Gruppe für Deutschland und den deutschen Wein geworben hat.

Mit Tanz, Gesang und Winninger Wein präsentierte sich die Tanzgruppe bei Staatsempfängen für den französischen Präsidenten Pompidou, den polnischen Staatschef Gierek, den amerikanischen Außenminister Kissinger, mehrfach vor den Bundespräsidenten Scheel, Carstens, von Weizäcker und Herzog sowie bei Empfängen der Bundes- und der Landesregierung. Auch bei Filmaufnahmen wirkte die Tanzgruppe mit, so z.B. in dem Metro-Goldwyn-Meyer Spielfilm „Das wunderbare Leben der Gebrüder Grimm", und auch im Fernsehen konnte sie des öfteren ihre Tänze und Trachten zeigen, so u.a. in „Die fröhliche Weinrunde", „Die Musik kommt", „Feste feiern", „Glaskasten" und den aus Winningen ausgestrahlten Fernseh-Produktionen „Drei in einem Boot" und „Treffpunkt Feierabend". Als weiterer Höhepunkt in ihrer 75jährigen Geschichte darf sicher der Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Fußballweltmeisterschaft 1974 angesehen werden. Nach strenger Prüfung wurde die Winninger Tanzgruppe ausgewählt, bei der Eröffnungsveranstaltung im Frankfurter Waldstadion die Bundesrepublik Deutschland zu vertreten und erhielt damit Gelegenheit, sich Millionen Menschen in aller Welt zu präsentieren und den Namen Winningens weithin bekannt zu machen.

Aber auch Auftritte bei der Eröffnung der Weltmeisterschaft der Springreiter 1978 in Aachen, der Eröffnung der Bob-Weltmeisterschaft 1995 in Winterberg, die mehrfache Mitwirkung bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin oder beim Bundespresseball waren ebenso wie die mehrmalige Teilnahme an Rheinland-Pfalz-Tagen als Vertreter des Landkreises Mayen-Koblenz bemerkenswerte Tanzgruppenereignisse, die allen Teilnehmern noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Nach dem Tode der verehrten Frau Ballettmeisterin Ruth Stützer, die über 40 Jahre lang die tänzerische Leitung der Gruppe innehatte, wurde diese im Jahre 1990 von ihrer Tochter, Frau Diplom-Ballettpädagogin Gabi Mertens, übernommen. Sie studiert zudem die Tänze der im Jahre 1991 gegründeten Kinder- und Jugendztanzgruppe ein, die ins Leben gerufen wurde, um Kinder und Jugendliche schon frühzeitig an Winninger Tänze und -traditionen heranzuführen und verstärkt auftretenden Nachwuchsschwierigkeiten entgegenzuwirken. Dass dabei derzeit 30 Kinder aktiv mitwirken, zeigt gewiß, dass der eingeschlagene Weg richtig ist.

2003 feierte die Gruppe mit dem 11. Internationalen Folklore-Festival Winningen gemeinsam mit über 1.500 Gästen aus zehn Nationen ihr 80-jähriges Bestehen; für 2008 ist das 12. Inter-nationale Folklorefestival Winningen in Planung.

So bleibt abschließend die Hoffnung, dass wie in den vergangenen über 80 Jahren auch in Zukunft sich immer wieder junge Menschen bereit finden, aus Spaß an Volkstanz und Geselligkeit bei der Winninger Winzer-, Trachten- und Tanzgruppe mitzumachen. Möge sie noch lange so erfolgreich für die Völkerverständigung, für Winningen und den Winninger Wein werben.

Frank Hoffbauer/Manfred Traus