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Fake-News und alternative Fakten im Netz

Wie man Falschmeldungen erkennen und entlarven kann

Facebook Fake News

Bild: © Vocativ

Das Internet bietet heute jedem eine Plattform, sich und seine Ansichten öffentlich bekannt zu machen. Es bietet somit große Chancen und Möglichkeiten für Demokratie und Meinungsfreiheit. Gleichzeitig ermöglichst es natürlich auch das Streuen von Gerüchten, Halbwahrheiten, Lügen und Hetze. Subtil verpackt kann der Leser oftmals nicht mehr unterscheiden, was nun Fakt und was Fake ist. Oftmals sind Meldungen, Fotos oder Videos auch im Grunde keine Fälschungen, sondern einfach aus ihrem Kontext gerissen und für die eigene Agenda missbraucht. So gräbt man gerne alte Archivaufnahmen aus und verkauft sie als neu. Eine Praxis, die leider auch immer mal wieder in seriösen Medien auffällt. Da wundert es dann nicht, wenn Parolen wie „Lügenpresse“ skandiert werden. Alle Seiten beschuldigen alle anderen, Fake-News zu verbreiten, nur man selbst hat die Wahrheit erkennt. Fakes sind heute dabei teilweise so professionell, dass selbst erfahrene Journalisten teilweise nicht auf den ersten Blick erkennen können, ob es sich um eine echte Schlagzeile oder ein Hirngespinst eines frustrierten Users handelt.

Insbesondere in sozialen Medien verbreiten sich solche Falschmeldungen oft rasend schnell. Insbesondere reißerische Überschriften verleiten viele dazu, unbedacht zu teilen, ohne überhaupt den kompletten Artikel gelesen zu haben. Da Menschen dazu tendieren, eher Dinge zu glauben, die auch ihr soziales Umfeld glaubt, können solche Falschmeldungen schnell als „Fakt“ Akzeptanz finden. Wenn genügend Freunde einen Artikel teilen, wird ja schon stimmen, was dort steht. Oftmals sind Menschen dann auch nur noch schwer vom Gegenteil zu überzeugen. Hier entstand der Begriff „postfaktische“ Gesellschaft, da viele sich auch von Fakten nicht mehr überzeugen und von ihrem Weltbild abrücken lassen. Facebook, Google und Co. leisten hierzu leider ihren Beitrag. Selbst wenn ein interessierter Leser mehr über ein Thema erfahren will, um sich eine bessere Meinung bilden zu können, bekommt er oft mehr vom Gleichen serviert. Fast alle Online-Dienste möchten nämlich ihren Besuchern das bestmögliche Erlebnis bieten. Google möchte, dass jeder genau das findet, wonach er sucht. Facebook natürlich ebenso. Über Cookies wissen zudem Seiten, wo man sonst so im Netz unterwegs ist. Wenn man nun auf Verschwörungsseiten gelandet ist, weil ein Freund einen Artikel geteilt hat, „denken“ sowohl Facebook als auch Google, dass man diese Art von Inhalt mag und liefern entsprechende Ergebnisse. Andere Meinungen werden dagegen aktiv ausgefiltert. Man spricht hier auch von einer „Echokammer“ oder „Filterblase“. Es ist sicherlich so, dass Menschen mit eher rechter Gesinnung auch eher rechte Freunde haben, Linke haben eher linke Freunde, jedoch führen diese Algorithmen dazu, dass die Meinungen der andersdenkenden oder zumindest gemäßigteren Freunde nicht mehr angezeigt werden. Schnell denkt man „Hey, ich bin nicht der einzige, alle denken so wie ich“. So denkt dann auch ein AfD-Wähler schnell, seine Partei müsse bei der nächsten Wahl ja locker die 30% schaffen, immerhin scheint ja fast jeder auf Facebook seine Meinung zu teilen. Dieses Phänomen ist bedenklich, betrifft grundsätzlich jedoch jede Gruppierung. Jeder bekommt das aufgetischt, was er eh schon dachte. Aus dem Medium, das eigentlich den Blick über den Tellerrand ermöglichen sollte, werden so schnell digitale Scheuklappen.

Diese kann man letztlich nur selbst wieder ablegen, indem man den eigenen Dunstkreis verlässt und aktiv Informationen sucht. Hier kann es auch hilfreich sein, mal einen anderen Browser auszuprobieren oder seine Cookies zu löschen und so für Google als neuer Mensch aufzutreten.

In der Praxis empfehlen sich vier Schritte, um eine Meldung zu überprüfen.

  1. Quelle prüfen

Wer hat den Artikel geschrieben, auf welcher Seite erscheint er? Ist die Seite oder der Verlag und seine politische Ausrichtung bekannt? Sollte es auf der Seite gar kein Impressum geben oder es ist nur ein Postfach, am besten noch im Ausland, sollte man generell skeptisch sein. Seriöse Seiten geben meist Nachrichtenagenturen oder ähnliches als Quelle an.

  1. Fakten prüfen – Stimmt das alles überhaupt?

Auch mal andere Seiten besuchen und schauen, was die zum Thema schreiben. Stimmen Aussage von Überschrift und tatsächlichem Inhalt auch wirklich überein? Autoren wissen auch, dass Leser oftmals nur die Überschrift lesen und maximal noch den Anreißer. Hier wird teilweise exakt das Gegenteil von dem behauptet, was dann letztlich im Artikel relativiert und korrekt beschrieben wird. Überschriften sind keine Fakten!

  1. Bilder überprüfen

Wie erwähnt werden Bilder gerne aus dem Kontext gerissen und verzerren die Wirklichkeit. Dann werden alte Bilder von Protesten benutzt, um zu zeigen, dass angeblich Flüchtlinge Randale machen. Es werden auch gerne Bilder bearbeitet, Teile abgeschnitten, usw. um die eigene Message zu unterstreichen. Hier kann man eine Rückwärts-Bildersuche mit Google durchführen und schauen, wo das Bild im Netz sonst noch auftaucht.

  1. Schon bei der Suche auf Aktualität achten

In den meisten Suchmaschinen kann man einen Filter nutzen und z.B. nur Meldungen aus einem bestimmten Zeitraum anzeigen lassen. So regt man sich nicht über Dinge auf, die vor 3 Jahren passiert sind, jetzt aber von irgendeinem wieder ausgegraben und als neu verkauft werden.

Das klingt alles erst mal nach viel Arbeit. Wir wollen ja nicht jede Nachricht, die wir lesen, nochmal nachrecherchieren. Muss man sicher auch nicht. Doch zumindest Dinge, die man teilt, sollte man vorher überprüfen, um sich nicht selbst zum Idioten zu machen und vor allem um nicht weiter Hass und Hetze zu verbreiten, die allein auf Lügen und Propaganda basieren. Wenn mal wieder eine Schlagzeile die Runde macht, kann ein Blick auf Mimikama (http://www.mimikama.at/) lohnen. Hierbei handelt es sich um einen Verein, der sich mit Falschmeldungen im Netz befasst, diese analysiert und ggf. Richtigstellungen formuliert. Teilweise werden auch betrügerische Postings und Emails behandelt, die eure Sicherheit und euren Geldbeutel gefährden könnten. Es lohnt sich definitiv, hier regelmäßig mal reinzuschauen.

Je mehr ihr euren Horizont erweitert und neue Quellen für eure Informationen heranzieht, desto weniger seid ihr in der Filterblase gefangen. Jeder geht früher oder später einer Falschmeldung auf den Leim, doch verantwortungsvoller Umgang mit neuen Medien beinhaltet auch, nicht selbst noch die Fake-News-Maschinerie zu befeuern und somit Teil des Problems zu sein.