Bundesentscheid im Berufswettbewerb der deutschen Landjugend

Rheinland-Nassau räumte ab

Rheinland-Pfälzische Sieger des Bundesentscheids

Rheinland-Nassau kann stolz auf seinen Berufsnachwuchs sein. Mit Yvonne Rottmann aus Langenlonsheim, 1. Platz W II (Fachschüler Weinbau), Flavio Traxl aus Darmstadt (Ausbildungsbetrieb Juchems Hof der Familien Bonn in Niederwallmenach), 2. Platz L I (Azubis Landwirtschaft) und Maximilian Lambrich aus Oberwesel (Ausbildungsbetrieb Weingut Schömehl in Dorsheim), 3. Platz W I (Azubis Weinbau) schafften es gleich drei Teilnehmer/innen aus Rheinland-Nassau aufs Siegertreppchen und sorgten für ein wunderbares Ergebnis. Herzlichen Glückwunsch.

Knifflige Berufstheorie war genauso gefragt wie Wissen rund um die Nationalhymne. Wer da Bescheid wusste, war beim Finale des Berufswettbewerbes der deutschen Landjugend vorn dabei. Genauso mussten sich die bundesweit besten angehenden Winzer, Hauswirtschafterinnen, Land-, Forst- und Tierwirte auch in Präsentation und Berufspraxis messen. Nach spannenden Wettkampftagen in Mecklenburg-Vorpommern standen die Sieger fest. Insgesamt hatten sich 119 junge Frauen und Männer aus der grünen Berufsbranche für den Bundesentscheid qualifiziert und waren nach Güstrow gereist.

Die Jungwinzer der Sparte Weinbau I sahen sich bei den Praxisaufgaben vor die Aufgabe gestellt, für einen neuen Weinberg eine Zeile mit Reben anzupflanzen und Wein aus einem Fass abzufüllen, ohne Hefe aufzuwirbeln (Abstich). Das hervorragende Abschneiden von Maximilian Lambrich aus Oberwesel verdient besondere Würdigung, da er sich bei verkürzter Ausbildung derzeit erst am Ende seines ersten praktischen Ausbildungsjahres im Weingut Schömehl in Dorsheim befindet. Er genoss die Wettbewerbstage in vollen Zügen und erzählte im Nachhinein begeistert: „Das habe ich am Anfang gar nicht gedacht. Es war eine tolle Woche, ich habe enorm viel dazu gelernt, tolle Kontakte geknüpft und fühle mich in meinem eigenen Selbstbewusstsein sehr gestärkt.“

 Yvonne Rottmann im Weinberg

Bei den praktischen Aufgaben in der Leistungsgruppe Weinbau II mussten die Wettbewerbsteilnehmer u. a. fünf Weine analysieren, die falsch etikettiert worden waren und ein Konzept für die Umstellung eines Familienbetriebes auf ökologische Wirtschaftsweise erstellen. Auch eine sehr umfangreiche Aufgabe rund um den Pflanzenschutz galt es zu meistern. Als Siegerin ging hier Yvonne Rottmann aus Langenlonsheim hervor. Sie war für das Weinanbaugebiet Nahe an den Start gegangen, auch wenn sie im Erstentscheid in Oppenheim an den Start gehen musste, da in Bad Kreuznach keine Möglichkeit dazu bestand. Die engagierte junge Frau kommt eigentlich gar nicht aus einer Weinbauregion, sondern aus Bremen und hat bei einer Work & Travel Tour durch Neuseeland ihre Liebe zum Weinbau entdeckt und beschlossen eine Ausbildung zur Winzerin zu absolvieren. Demnächst hat sie ihren Techniker in der Tasche. Sie war sehr beeindruckt von dem ungewöhnlichen Weinbaubetrieb Schloß Rattey, dem einzigen Weinbaubetrieb in Mecklenburg-Vorpommern. „Es war eine unglaublich spannende Zeit beim Bundesentscheid des Berufswettbewerbes und wir waren ein Klasse-Team. Wir haben uns unglaublich viel erzählt, Erfahrungen ausgetauscht und unsere Weine gegeneinander probiert.“, erzählt sie begeistert.

Die Landwirtschafts-Azubis sahen sich in der Praxis vor die Aufgabe gestellt einen Getreideschlag u.a. auf Schädlinge und Krankheiten zu kontrollieren und sich im Geschicklichkeitsfahren mit einem Mähdrescher beweisen. Sie mussten vom fahrenden Mähdrescher auf einen daneben fahrenden Schlepper mit Hänger Getreide überladen. Auch die Berechnung einer Futterration für eine 650 Kilogramm schweren Milchkuh galt es zu berechnen. Hier war Flavio Traxl aus Darmstadt ganz vorne mit dabei und belegte den 2. Platz. Er macht in dieser Woche seine Abschlussprüfung und hat seine Ausbildung auf dem Juchems Hof in Niederwallmenach bei Kai-Uwe Bonn und Bettina Würsl absolviert. Daher ging er für Rheinland-Pfalz an den Start. Begeistert berichtete er von der tollen Organisation des Bundesentscheides, den vielen hochmotivierten Menschen und der familiären Atmosphäre. „Es war eine sehr beeindruckende Landschaft mit riesigen Feldern in Mecklenburg-Vorpommern. Mein Boniturschlag war 55 Hektar groß!“, erzählt er tief beeindruckt.

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Die Leistungsgruppe II (Landwirte in Fortbildung) trat im Doppel an. Sie analysierten bei den Praxisaufgaben den Tierkomfort eines Stalls in Dummerstorf und standen vor der Aufgabe, Auszubildende am Pflug zu unterweisen. Hier landeten die Teilnehmer aus Rheinland-Nassau im Mittelfeld.

In der Hauswirtschaft ging es für die jungen Frauen beispielsweise darum, für die Ehrengäste einer Jubiläumsfeier ein regionales und saisonales Menü zuzubereiten. Die Herausforderung: Einer davon leidet an verschiedenen Lebensmittelunverträglichkeiten. Als Team traten sie bei einem fiktiven „Tag der offenen Tür“ an, um verschiedene, praktische hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie das Bügeln von Oberhemden oder den Umgang mit Reinigungstüchern zu vermitteln. Auch hier landete die Teilnehmerin aus Rheinland-Pfalz im oberen Mittelfeld.

Die angehenden Forstwirte maßen sich im Zielfällen und Entasten. Sie pflanzten Ahorn in Linie und bauten einen Fledermauskasten. Die Teilnehmer aus Rheinland-Nassau konnten sich gegen die Übermacht aus Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg gut behaupten.

Insgesamt kann sich die Bilanz der Teilnehmer/innen aus Rheinland-Pfalz wirklich sehen lassen. Denn auch die Teilnehmer aus den Weinanbaugebieten Rheinhessen und Pfalz belegten alle weiteren vorderen Plätze, so dass jeweils die Plätze 1 bis 3 in den Sparten Weinbau I und Weinbau II komplett von Rheinland-Pfälzern gesichert werden konnten. Insgesamt belegte Rheinland-Pfalz sieben von 24 möglichen Platzierungen. Ein hervorragendes Ergebnis.

Eins ist klar: Der Berufswettbewerb kennt nur Gewinner. Er hat den Teilnehmern nicht nur neues Wissen und Selbstbewusstsein gebracht, sondern auch ein Netzwerk, mit dem sich die Herausforderungen der Zukunft besser meistern lassen. Gemeinsam zeigten die angehenden Forst- und Tierwirte, die Landwirte, Hauswirtschafterinnen und Winzer, wie vielseitig, anspruchsvoll und modern ihre Berufe sind.

Anlässlich des Deutschen Bauerntages in Berlin werden die Sieger offiziell vor großem Publikum geehrt werden.

„Das Leistungsniveau beim Bundesentscheid war enorm. Viel beeindruckender waren aber der Zusammenhalt und das Miteinander bei diesem Wettbewerb“, lobt die stellv. BDL-Bundesvorsitzende Kathrin Muus die fitten Nachwuchskräfte.

Abschließend sei allen Teilnehmern am Bundesentscheid zu ihrem hervorragenden Abschneiden nochmals ganz herzlich gratuliert. Ein großer Dank geht auch an die Ausbildungsbetriebe, die es ihren Azubis ermöglicht haben am Bundesentscheid teilzunehmen, sie in der Vorbereitung unterstützt haben und an den Wettbewerbstagen und dem Vorbereitungslehrgang auf sie verzichten mussten. Sie können stolz auf ihre Azubis sein!