Landjugend diskutierte mit Staatssekretär Hans Beckmann

Verbesserung schulischer Bildung und Infrastruktur in Rheinland-Pfalz wurden thematisiert

Beckmannweb

Am Freitag, den 09.06.2017 besuchten die Landjugendverbände Rheinland-Nassau und RheinhessenPfalz das Bildungsministerium in Mainz, um mit Staatssekretär Hans Beckmann über die schulische Bildung in Rheinland-Pfalz zu diskutieren.

Hauptanliegen der Landjugend war dabei die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu mündigen und verantwortungsbewussten Verbrauchern. Dies rührte aus der Beobachtung, dass viele junge Menschen nicht mehr wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen, welchen Einfluss sie selbst durch ihr Konsumverhalten auf den Markt und Erzeugerpreise nehmen können und wo eigentlich der Unterschied liegt zwischen konventionell und bio. Hier herrscht vor allem durch Marketing der Industrie oftmals Verwirrung. Die Landjugend forderte daher, Themen zu Landwirtschaft und Ernährung fest in den Lehrplan weiterführender Schulen aufzunehmen. Zwar lobte sie bisherige Projekte, die an Grundschulen durchgeführt werden, empfindet dies jedoch als nicht ausreichend. Kinder im Grundschulalter haben wenig Einfluss auf Einkauf und Konsum zu Hause. Bis sie selbst zu Verbrauchern werden, ist Vieles aus der Grundschule bereits wieder vergessen. Daher müssen Projekte wie Schulgärten auch an weiterführenden Schulen verstärkt gefördert werden. Auch die Lehrer selbst müssen entsprechend qualifiziert werden und wertende Terminologie wie „Massentierhaltung“ in Lehrmaterial hinterfragen.

Herr Beckmann, der selbst als Lehrer viel Erfahrung in Unterrichtsgestaltung mitbrachte, nahm die Vorschläge interessiert auf. Die Problematik, dass bereits Lehrmaterial ein teilweise verfälschendes und negatives Bild der Landwirtschaft zeichnet, war ihm so nicht bewusst. Hier sah er Nachbesserungsbedarf. Der Landjugend gab er Ansprechpartner bekannt, die direkten Einfluss auf die Inhalte der Lehrerseminare in Rheinland-Pfalz nehmen. Hier sah er den besten Ansatzpunkt, um die Forderungen der Landjugend in Unterrichtspraxis umzusetzen.

Eine interessante Diskussion ergab sich auch beim Thema Schließung von Kleinschulen. 44 Schulen stehen zur Zeit unter Prüfung und könnten in naher Zukunft geschlossen werden. Die Landjugend sprach sich hier entschlossen gegen eine Schließung aus, da natürlich vorrangig ländliche Gebiete davon betroffen wären. Die Schüler müssten dann lange Schulwege in Kauf nehmen, die betroffenen Dörfer würden somit für junge Familien zunehmend unattraktiv und könnten langfristig aussterben. Hier gab Herr Beckmann zu bedenken, dass die größe der Klassen in den betroffenen Schulen teilweise extremst klein seien. So gäbe es Schulen, die gerade mal 7 Schüler betreuen. Krankheitsbedingter Ausfall einer einzigen Lehrerin kann hier bereits zu komplettem Unterrichtsausfall führen. Diese Problematik erkannte die Landjugend natürlich an, bat jedoch darum, bei der Prüfung der Schulen stets auch die direkten Konsequenzen für Schüler und deren Familien zu berücksichtigen und nicht nur reine Kosten/Nutzen-Überlegungen bei der Bewertung anzulegen.

Insgesamt verlief das Gespräch sehr produktiv und beide Seiten waren zufrieden mit den Ergebnissen. Die Landjugend hofft, auch zukünftig in Hans Beckmann einen Ansprechpartner für Fragen zu Schule und Bildung in Rheinland-Pfalz gewonnen zu haben.